full screen background image

Ex-BUG-Spieler Helmut Strobl gestorben

Mittwoch, 4. September, 2019
Strobl

Helmut Strobl – Architekt, Politiker, Menschenrechtler, aber auch Basketballer – ist am 3. September im 76. Lebensjahr gestorben. 1943 in Mecklenburg geboren, wo sein Vater, ein eingefleischter Nationalsozialist, als Testpilot für die Luftwaffe tätig war, zog er mit seinen Eltern nach Kriegsende nach Graz und ließ sich während seiner Zeit am Gymnasium von Schulkollegen zum Basketball überreden. Er kam zur BUG, deren Kampfmannschaft damals in der 2. Bundesliga spielte, und wurde als 17-Jähriger zunächst in der Juniorenmannschaft eingesetzt. Diese ware jedoch wenig erfolgreich und belegte den letzten Platz in der steirischen Meisterschaft. Doch Strobl war talentiert und wurde darüber hinaus aufgrund seines überaus freundlichen Wesens von seinen Kameraden sehr geschätzt. So durfte in der Saison 1961/62 nicht nur bei den BUG-Junioren spielen, sondern kam auch in der “zweiten” Herren-Mannschaft des Bundesligisten zum Einsatz, die in der damaligen “Reserve-Liga” spielte. In beiden Bewerben wurde Strobl mit seinen Teams steirischer Vizemeister. Er war zwar nicht bei allen Spielen dabei, doch wenn er kam, dann steuerte er stets ein paar Punkte bei. 1962/63 schließlich war der mittlerweile zum Architekturstudenten avancierte Strobl dem Juniorenalter entwachsen und spielte daher ausschließlich in der Reserve-Meisterschaft. Bei der 90:96-Niederlage gegen den GAK am 10. April 1963 gelang ihm sein persönlicher Rekord von 36 Punkten. Doch in der Saison 1963/64 schrieb der steirische Verband keine Reserve-Meisterschaft mehr aus. Für die “Erste” der BUG, die nach wie vor in der Zweiten Bundesliga spielte, reichte es bei Strobl nicht. Also wechselt er zum Österreichischen Alpenverein, der damals gerade von der 1. Klasse in die Landesliga aufgestiegen war. Der Neuling hatte jedoch einen schweren Stand und beendete den Bewerb als Letztplatzierter.
Für Strobl hatte sich damit das Kapitel Basketball erledigt. Mittlerweile nicht nur mit den Mühen des Studiums (Schwerpunkt Städteplanung) befasst, sondern vor allem politisch hoch aktiv, standen nun andere Interessen im Vordergrund. Die Gründung der Studentenfraktion “Aktion” 1965 legte den Grundstein für seine politische Karriere bei einer damals liberalen ÖVP, die ihn bis zum Grazer Kulturstadtrat aufstiegen ließ und ihm nicht zuletzt aufgrund seines humanitären Engagements Lob auch von den politischen Gegnern einbrachte. Strobl zeigte sich unnachgiebig als Aktivist gegen Neonazis, für Menschenrechte und zuletzt gegen die Errichtung eines Grenzzauns auf seinem südsteirischen Grundstück. 2001 zog sich Strobl, der als “ewiger 68er” galt, ins Privatleben zurück. Er hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Söhne.


© StBV 2011
design by www.black-kiwi.at